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Ein Stripclub in Los Angeles

Filmregisseurin der Dokumentation und frühere CEO des Modelabels Hood by Air, Leilah Weinraub, hinterfragt in ihrer Arbeit Geschlechter- und Identitätskonzepte. Während das Label Hood by Air Unisex-Kollektionen entwirft, zeigt ihr Film „Shakedown“, die Tänzerinnen eines von lesbischen, afro-amerikanischen Frauen betriebenen Stripclubs.Am Donnerstag, den 14. Dezember ist sie mit Will Benedict zu Gast bei MMK Talks im MMK 1. 

Leilah_Weinraub_Portraet

Leilah Weinraub wurde in Los Angeles geboren und wuchs als Tochter eines jüdischen Vaters und einer Baptistin auf. Sie lebte für eine kurze Zeit in Israel und ging dort zur Schule, um sich anschließend an einer Rabbinerschule zu bewerben. Als sie abgelehnt wurde, zog sie zurück nach Los Angeles und arbeitete zunächst für den bekannten Conceptstore Maxfield. Dort lernte sie den Filmemacher Tony Kaye kennen, welcher gerade seinen erfolgreichen Debütfilm über die US-amerikanische Neonazi-Szene, American History X, abgeschlossen hatte. Aus ihrer Bekanntschaft entwickelte sich für Weinraub eine Assistenz bei Kaye. Gemeinsam arbeiteten sie an Kayes schwarzweiß Dokumentarfilm Lake of Fire, welcher sich mit der Abtreibungsdebatte und -praxis in den USA beschäftigt. Ihre Arbeit mit Kaye führte sie nach New York und anschließend an das Bard College.

In den vergangenen Jahren in New York, setzte sie sich immer mehr mit Identitätskonzepten und Geschlechterkategorien auseinander. Ihr Engagement an dieser Stelle spiegelt sich auch in ihrer Arbeit für das Streetwearlabel Hood by Air wider. Die Kollektionen sind nicht in Mens- und Womenswear unterteilt, sondern unisex gedacht und entworfen. Als Weinraub in einem Interview gefragt wurde, ob ihr Film von dem Label beeinflusst sei, sagte sie, dass umgekehrt der Film ihre Arbeit bei Hood by Air geprägt habe. Das Label pausiert gerade, da sich die Kollektivmitglieder anderen Projekten gewidmet haben.

Ihr Film „Shakedown“ (2017) erzählt sich als nicht-lineare Dokumentation über einen gleichnamigen lesbischen Stripclub in Los Angeles, der nach langjährigem Betrieb geschlossen werden musste. Weinraub stieß mit 23 Jahren auf den Club „Shakedown“ und war umgehend fasziniert davon, dass er von Frauen organisiert und an eben jene gerichtet war. Sie beobachtete die Menschen dort gerne und nahm schnell die Rolle der Filmerin ein. Über Jahre hinweg filmte sie Clubabende und sammelte Filmmaterial von mehr als 400 Stunden. Ihre Videos, die sie donnerstags und freitags in dem Club aufnahm, waren zunächst als private Geburtstagsgeschenke für die Tänzerinnen des Clubs gedacht. Die Idee einen Dokumentarfilm zu machen, kam erst später. „Shakedown“ ist Weinraubs Debütfilm. Er zeigt die Tänzerinnen Mahogany, Ronnie-Ron, Egypt und Jazmine. Egypt äußerte im Rahmen der Whitney Biennale, dass ihre Rolle ihr die Freiheit gegeben habe verschiedene Persönlichkeitsrollen einzunehmen. Weinraub ging es mit dem Film darum, mehr Raum für die sexuellen Begierden von Frauen zu schaffen. 

Will Benedicts Arbeit „I AM A PROBLEM“ ist Titelgeber der aktuell gezeigten Ausstellung im MMK 2. Benedict beschäftigt sich in seinen Arbeiten ebenfalls mit Identitätskonzepten. Gemeinsam mit Leilah Weinraub ist er zu Gast bei MMK Talks, um über Filmproduktion im Zeitalter von Youtube, RuPaul und Trump zu sprechen.

14. Dezember, 19 Uhr, im MMK 1. In englischer Sprache. Eintritt frei.

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