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5 Fakten über Lygia Pape

Lygia Papes (1927-2004) partizipative Performance Divisor (1968) ist eine der bekanntesten Arbeiten der brasilianischen Avantgarde Künstlerin. Ihr Werk reicht über Bücher (Livros), Gravuren, Skulpturen, Performances bis hin zu Filmen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine eigene Sprache aus, die sich in den 1950er-Jahren gemeinsam mit der Künstlerin Lygia Clark und dem Künstler Hélio Oiticica entwickelt hat: Die Betrachter sind dazu aufgefordert, am Kunstwerk zu partizipieren. Körper und Sinne spielten für die künstlerischen Produktionen im damaligen Brasiliens eine große Rolle. Papes künstlerischer Umgang war für die Zeit besonders. 

Im Rahmen der Ausstellung „A Tale of Two Worlds“ präsentiert MMK Notes 5 Fakten zu Künstlerinnen und Künstlern.

Pape_Divisor_2010
Lygia Pape, Divisor, 2010, © Projeto Lygia Pape, Courtesy Projeto Lygia Pape and Hauser & Wirth

  1. Zwischen Europa und Lateinamerika

Lygia Papes frühen Arbeiten waren zunächst unter Einfluss der europäischen Konkreten Kunst. Ihre frühen Werke bestanden aus geometrischen Kompositionen, wie ihre im MMK 1 ausgestellten Arbeiten aus der Reihe Revelo (1954-56). Die lateinamerikanische Kunst war in den 1950er-Jahren häufig von europäischen Stilen beeinflusst. Viele Künstlerinnen und Künstler wanderten zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa aus. Pape hingegen wendete sich schnell von den europäischen Bewegungen ab, da sie es für wichtig hielt, eine eigene nationale Sprache für die lokale Kunst zu entwickeln.

  1. Sie war Mitbegründerin der Künstlergruppe Grupo Frente

Lygia Pape ist Mitbegründerin der Neokonkretismus-Bewegung in Lateinamerika, die 1959 mit der in Rio de Janeiro gegründeten Künstlergruppe Grupo Frente bekannt wurde. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Studenten, unterstützte sie das von Ferreira Gullar geschriebene Manifesto Neo-Concreto (1959). Die Gruppe wollte damit die europäische Avantgarde überwinden und sie in einen neuen eigenen kulturellen Kontext überführen. Die Bewegung sollte Kunst mit dem alltäglichen Leben verbinden. Die Künstler wendeten sich damit von einer wissenschaftlichen Kunst ab und einer weniger objektbezogenen, phänomenologischen Kunst zu.

  1. Ihre Kunst wurde mit der beginnenden Diktatur politischer

Pape positionierte sich früh gegen die 1964 in Brasilien beginnende Militärdiktatur. Sie wurde wegen ihrer politisch ausgerichteten künstlerischen Praxis 1973 kurzzeitig inhaftiert. Häufig enthalten ihre Werke politisch motivierte Hintergründe, wie zum Beispiel ihre Arbeit Divisor (1968). Mit einem Laken ging sie in eine brasilianische Favela und regte Kinder dazu an ihre Köpfe durch Schlupflöcher des Lakens zu stecken. Anschließend fand eine Parade statt. Die Arbeit steht für kollektiven Zusammenhalt, der durch den Organismus von vielen Körpern entstehen soll.

  1. Ihre Designs für das Unternehmen Piraquê haben Kultstatus

Ihre in den 1960er-Jahren entstandenen seriellen Verpackungsdesigns für den brasilianische Hersteller für Knabber-Gebäck, Piraquê, hatten lange Kultstatus. Pape designte auf farbigem Papier in bester Pop-Art Manier die Verpackungen von Keksen, Chips und Crackern. Wie auch in ihren künstlerischen Werken, gestaltete Pape Abbildungen der Snacks in gleichen Abständen aneinandergereiht. 2008 hat sich das Unternehmen dazu entschieden, Lygia Papes Designs durch neue zu ersetzen. In den sozialen Medien stieß die Entscheidung des Unternehmens auf große Empörung.

  1. Ihre Performance Divisor wurde zuletzt 2017 auf den Straßen New Yorks aufgeführt

Die Performance Divisor (1968) wurde im Frühjahr 2017 im Rahmen der Ausstellung des Met Breuer Lygia Pape: A Multitude of Forms in New York aufgeführt. Die Teilnehmer liefen mit dem Laken von der Madison und 75th Street bis zum Metropolitan Museum of Art in der 81st und Fifth Avenue. Sie durften nur eine Straßenspur benutzen und konnten das Laken nicht komplett ausfüllen. Bis zu 225 Personen können durch das 15×15 Meter große Laken zusammengehalten werden. In New York nahmen lediglich 60 Personen teil. Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten, dass sie sich wie ein großer Organismus gefühlt haben und eine Art Körperkollektiv entstanden ist.

 

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